Beiträge von Dr. Miri Huut

    Da es wohl viel zu lange dauern würde den weiteren Tagesablauf der Frauen in allen Berufbranchen zu erläutern, spezialisieren wir und jetzt mal auf den Beruf ARAR – Ärztin.

    Der Aufgabenbereich als ARAR sollte an sich klar sein, Menschenleben retten, Menschen verarzten, Fahrzeuge reparieren, psychisch Kranke heilen … und… und… und… Eine Arbeit mit viel Verantwortung, großer Belastung, sowohl körperlich als auch psychisch, und einer hohen Individualität in jedem einzelnem Fall.

    Für die Spezies Frau setzten wir jetzt einen wahllosen Namen ein, um das etwas einfacher erklären zu können. Wir nehmen also mal den Namen Lea.


    Lea ist also jetzt eine Ärztin, die ihre Arbeit beginnen möchte. In die Arbeitsklamotten geschlüpft und zur Garage geflitzt, um das Dienstfahrzeug auszuparken. Man sollte eventuell mal am Rande erwähnen, dass die Dienstsachen Gelb und Rot sind und mit zusätzlichen Reflektoren ausgestattet sind, damit man sie auch ja nicht übersehen kann. Also mal ehrlich, wer diese Dienstkleidung aus 100 Metern nicht erkennt, und mit dem Fahrzeug die Ärzte überfährt, der sollte vielleicht mal einen Augentest durchführen, um sicher zu gehen, dass er nicht die Mitmenschen mit seiner Blindheit gefährdet.

    Das schöne im Beruf ARAR ist, dass man nur sehr selten alleine im Dienst ist, und sich im Notfall auf seine Kollegen verlassen kann. Das schwierige für Lea im Dienst ist wiederum, dass die freundlichen Mitarbeiter entweder so besorgt um ihr Wohlergehen sind, oder aber so wenig Vertrauen in sie haben, dass stets immer mindestens ein weiterer ARAR sich in unmittelbarer Nähe befindet. Nicht allzu selten sind es aber auch zwei, drei oder mehr Kollegen – an sich das selbe Phänomen wie beim Bäcker. Nun kommt es, wer hätte es auch anders erwartet, alle paar Minuten ein Notruf im ARAR-System ein und natürlich macht sich Lea, häufig mit Anhang, auf zum Notrufort, um dort, wenn möglich, zu helfen. Am Einsatzort angenommen, wird natürlich erst einmal die Lage erkundet und herumstehende Zivilisten zum Unfallhergang befragt. Da tritt wieder das bereits erwähnte Phänomen auf, dass von allen Seiten auf einmal die Spezies Mann herankommt und die bekannte Prozedur der Komplimente und Kniefälle beginnt. Danach bewegt sich Lea zu den am Boden liegenden Patienten und holt sie zurück zum Bewusstsein. Natürlich muss und wird sie auch eine ärztliche Behandlung durchführen. Dabei tritt natürlich mal wieder ein Problem auf – das schamlose Ausnutzen der männlichen Überheblichkeit gegenüber der Frau. Für die, denen jetzt nicht ganz klar ist, was damit gemeint ist – hier eine auf das entscheidende zusammengefasste Unterhaltung als Beispiel:

    Lea: Einen schönen Guten Tag, Lea mein Name, von den ARAR. Wie geht es Ihnen?

    Mann: Auh. Ja leider nicht so gut. Hier ist >> irgend eine Story einsetzen << passiert.

    Lea: Ohje, das klingt ja gar nicht gut. Haben Sie denn irgend welche Schmerzen die Sie mir nennen können?

    Mann: Also jetzt wo Sie da sind geht es mir wieder bestens. Schöne Augen haben Sie.

    Lea: Danke, das freut mich zu hören. Dennoch bluten Sie an einigen Stellen, tut Ihnen denn gar nichts weh?

    Mann: Oh ja doch, da unten in meiner Hose… Aber vielleicht können wir ja danach einen Kaffee zusammen trinken gehen?

    Weiter muss man dazu erst mal nichts sagen. Natürlich kann es bei einem Unfall oder ähnlichen zu Verletzungen im Genitalbereich kommen, aber bei jedem dritten Patienten? Schon etwas merkwürdig oder?

    Jetzt stellt sich natürlich die Frage, ob es den Herren nicht etwas unangenehm ist, wenn Lea das gute Stück vor allen herumstehenden Leuten hervorholen muss, um dieses zu untersuchen… peinlich wird es, wenn sie danach in der Hose suchen muss.

    Diese und noch viele weitere Unterhaltungen und Ereignisse sind der Alltag von Lea, aber natürlich auch von vielen weiteren Frauen auf den Inseln.


    Fassen wir also mal alles oben aufgezählte zusammen:

    Frauen haben eine Superkraft die alle Männer in der Gegend anziehen.

    Frauen müssen sich dauerhaft Sprüche anhören, die weit unter der Gürtellinie liegen.

    Frauen werden hinterrücks Beleidigt, nur weil sie eine Anmache oder eine Einladung zum Kaffeetrinken abgelehnt hat.

    Frauen werden ausgelacht, wenn sie um Hilfe bitten.

    Frauen die sich aufgrund ihrer Arbeit eine Höhere Position im Dienst erlangt haben, müssen sich unterstellen lassen, sie hätten sich hochgeschlafen.

    Männer die die Frau ernsthaft unterstützen wollen, um ihr Sicherheit zu gewähren, werden dafür bestraft.

    Vielleicht sollte die Spezies Mann mal darüber nachdenken, inwiefern „Gentelman“ noch eine Bedeutung hat, und warum sich die Spezies Frau wieder zurück in die Wälder verkriecht.

    Vielleicht sollte die Spezies Mann mal darüber nachdenken, was man sagt, und wie man es sagt.

    Vielleicht sollte die Spezies Mann mal darüber nachdenken, ob sie nicht lieber die Spezies Frau unterstützen sollte, anstatt sie zu vergraulen.

    Und vielleicht sollten auch mal einige der Spezies Mann darüber nachdenken, ob sie nicht mal über ihren eigenen Schatten springen sollten und zu ihren Fehlern stehen die sie begangen haben.


    Keiner der beiden Spezien ist perfekt und auch keiner der Spezien wird jemals perfekt sein, aber jeder ist in der Lage, an sich selbst zu arbeiten um das große und ganze perfekt zu machen.

    Dieses seltene unbekannte andere Geschlecht


    Habt ihr auch schon mal auf der Insel, ob Altis oder Tanoa, diese komischen Wesen gesehen, die zwar von der Statur genauso aussehen wie alle anderen, aber eine deutlich höhere und sanftere Stimme haben? Und nein, ich meine jetzt nicht die Jungs, welche gerade im Stimmbruch sind, aber körperlich schon soweit gereift sind, dass sie mit den Erwachsenen größenmäßig mithalten können. - Ich meine die Spezies, welche man als „Frau“ betitelt.

    Aufgrund einer pestis mulieris („mulier“ = Frau und „pestis“ =Pest → Frauenpest) im frühen 19. Jahrhundert, starb die Spezies Frau bis auf sehr sehr wenige aus. Die die sich retten konnten verkrochen sich in dunklen Höhlen, um dort die pestis mulieris zu überleben und wurden zu Waldmenschen. Erst nach über 30 Jahren kamen sie aus den sicheren und heimischen Wäldern hervor, um sich der Bevölkerung wieder anzuschließen. Mit zerzausten Haaren, kaputten Sachen und ausgehungert bis auf die Rippen lernten sie die Sprache und die Verhaltensregeln der Bevölkerung und mischten sich unter. Dieses seltene Exemplar wird vereinzelt immer wieder auf den beiden Inseln gesichtet. Es ist, wie nicht anders zu erwarten, eine ruhige zurück gezogene Spezies, die sich in der Öffentlichkeit meist nur mit einer Horde von Zivilisten sichten lässt. - Quasi die inoffiziellen Bodyguards, um die Spezies vor bösen Menschen zu schützen.

    Sobald eine sogenannte Frau aus ihrem Schönheitsschlaf erwacht, steht für sie erstmal eine ewig lange Prozedur der Tarnung an. Friseurtermin, um die langen Haare zu kürzen; Barbiertermin um einen falschen Bart anzukleben; Fitnessstudio, um den Körperbau der Hauptspezies Mann zu erzielen; Besuch eines Geschäfts für Herrenkleidung; der Besuch beim Schönheitschirurgen um den Busen zu entfernen und gewollte Narben im Gesicht und am Körper anzubringen und zu guter letzt der Besuch auf dem Bauernhof, um ein paar Eier von den Hühner zu klauen und sich in der Hose, auf Höhe des Reißverschlusses, zu kleben. - Tarnung ist alles.

    Jetzt fragen sich bestimmt einige voller Verzweiflung, warum das weibliche Geschlecht denn so doof ist, und sich das antut. Die Erklärung ist in der Theorie ganz simple, indem man sich einfach die Praxis betrachte.

    Wir nehmen also als Beispiel eine Frau, die an einem Montag morgen hoch motiviert die Woche beginnen möchte. Die Tarnungsprozedur ist vollbracht und der erste Schritt aus der Haustür ist getan. Doch ein Tag kann nur dann gut werden, wenn es zum Frühstück einen heißen Kaffee und einen leckeren Donut gab – also auf zum Bäcker. Da in den seltensten Fällen die Verkäufer Taubstumm sind und sich über Zeichensprache mit den Kunden verständigen, ist die Frau dort das erste mal am Tag gezwungen sich durch gezielte Lippen- und Zungenbewegungen in Form von Lauten zu artikulieren. Dabei tritt wohl das erste Problem auf - die sanfte und Hohe Stimme der Frau. Scheinbar ruft sie eine Art von Magie hervor, die kein anderes Wesen außer die Frau beherrscht. Von jetzt auf gleich stehen auf einmal fünf, zehn oder auch zwanzig Herren der Schöpfung um die doch so gut getarnte Dame herum und himmeln Sie an. Die ersten liegen ihr zu Boden, andere zücken just einen Ring aus ihrer Tasche und gehen vor ihr auf die Knie. Ist ja auch völlig normal – macht ja jeder so. Oder etwa nicht? Oder es ist doch Zauberei? Wer weiß.

    Ein Fluchtversuch der Frau ist zwecklos. Wie eine Entenmami mit ihren Entenbabys folgen die Herren der Dame, machen ihr Komplimente über ihre wunderschönen Haare, während die Frau innerlich bitterlich weint, da sie diese erst früh hat abschneiden lassen und sich auf dem Kopf mehr als nur kahl fühlt. Lächelnd nimmt sie freundlich die Komplimente an und bedankt sich dafür, gedanklich ärgert sie sich aber einzig und allein darüber, dass ihre Tarnung am frühen morgen schon aufgeflogen ist. Nunja, da muss sie wohl den Tag die Zähne zusammen beißen. Dank des wöchentlichen Parkourtrainings gelingt es ihr durch atemberaubende Sprünge von Haus zu Haus die „Entenbabys“ los zu werden und sie kann sich endlich auf den Weg zur Arbeit machen.

    Die Spezies Frau ist in ihrem Fähigkeiten sehr verschieden, so kann man nicht verallgemeinern, dass sie nur im handwerklichen Bereich oder im sozialen Bereich anzutreffen ist, nein, an sich kann man sie überall antreffen. Egal, ob als Pfirsichplantagenleiterin, als Ärztin, als Polizistin oder in der kriminellen Ebene – überall trifft man vereinzelt auf sie an.